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Thüringer Urwaldpfade - Pfad der Begegnung im Nationalpark Hainich

Wanderung · Hainich · geöffnet
Verantwortlich für diesen Inhalt
Eichsfeld – Hainich Verifizierter Partner  Explorers Choice 
  • Foto: Cornelia Otto-Albers, CC BY-ND
m 300 280 260 3,0 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 km

Der Pfad der Begegnung ist ein etwa 3,3 km langer barrierefreier Wanderpfad. Dieser Pfad ist Bestandteil des WWF-Projektes Thüringer Urwaldpfade

geöffnet
leicht
Strecke 3,2 km
2:30 h
48 hm
48 hm
309 hm
261 hm

Was bedeutet Pfad der Begegnung? Der österreichisch-israelische Philosoph Martin Buber (1878 – 1965) fand, dass der Mensch nur in der Begegnung und im Gegenüber zu sich findet. Damit meint er nicht nur die Begegnung unter Menschen, sondern auch die zwischen Mensch und Tier sowie zwischen Mensch und Pflanze u. a. Dingen. Diese Begegnung soll auf Augenhöhe geschehen. Besucher mit und ohne Handicap haben hier die Gelegenheit, dem mitunter stressigen Alltag in Zeiten zunehmender Digitalisierung zu entfliehen und an den 23 Stationen zu verweilen. Das heißt also, dass man beim Begehen dieser Strecke viel Zeit mitbringen sollte. Diese Tour ist somit weniger für Schnellwanderer und „Kilometerschrubber“ geeignet. Mehrere Rastplätze und Ruhebänke laden zum Nachdenken und zum Genießen des Waldes mit seinem wohltuenden Rauschen ein. Somit schließt sich der Pfad der Begegnung auch dem zunehmenden Trend des Waldbadens an.

Markiert ist der Weg mit einem Ahornblatt.

Autorentipp

Du möchtest Natur nicht nur erleben, sondern auch schützen? Hier erfährst du alles zur Spendenwanderung im Herbst "Wandern für die Artenvielfalt"

Profilbild von WWF Deutschland
Autor
WWF Deutschland
Aktualisierung: 11.04.2022
Schwierigkeit
leicht
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
309 m
Tiefster Punkt
261 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Weitere Infos und Links

Thüringer Urwaldpfade

Nationalpark Hainich

Start

Wanderparkplatz an der Fuchsfarm bei Mülverstedt (261 m)
Koordinaten:
DD
51.110640, 10.470928
GMS
51°06'38.3"N 10°28'15.3"E
UTM
32U 602966 5663157
w3w 
///abzuschneiden.aussprache.apfelmost

Ziel

Wanderparkplatz an der Fuchsfarm

Wegbeschreibung

Wanderparkplatz an der Fuchsfarm - Eingangstor - Mülverstedter Chaussee - Standort ehemalige Fuchsfarm - Schutzpavillon im Brunstal - Kehre - Baumwurzel - Schutzpavillon im Brunstal - Brunnen - Wanderparkplatz an der Fuchsfarm

 

Unmittelbar hinter dem Wanderparkplatz an der Fuchsfarm zeigt eine große Tafel die 23 Stationen, die bei dieser Tour erwandert werden und die allesamt zum Innehalten ermutigen. Nachdem wir das hölzerne Eingangstor (Station 2) durchschritten haben, folgen wir der Mülverstedter Chaussee, einem Asphaltweg (Station 3). Bald darauf stehen wir vor einer Sanduhr (Station 4). An der Station 5 treffen wir erstmals auf Dichter- und Denkerworte.
Diese zeigen welches innige und respektvolle Verhältnis namhafte deutsche und ausländische Naturwissenschaftler, Philosophen und Dichter zur Natur und insbesondere zum Wald hatten.

 

Wenig später treffen wir auf den Standort der ehemaligen Fuchsfarm. Station 6 mahnt uns die Bewohner des Waldes zu respektieren, die oftmals nicht zu sehen sind. An einer Schutzhütte kreuzen sich die Wege. Wir folgen linksabbiegend einem Schotterweg. Station 7 zeigt uns, dass wir uns mit dem Waldboden auf Augenhöhe befinden. Von dort durchschreiten wir ein Palisadenlabyrinth und gelangen zu einem Schutzpavillon im Brunstal.
Wir bleiben auf der Mülverstedter Chaussee und erleben weitere Dichter- und Denkerworte (Station 8).
Stellvertretend sei hier der US-amerikanische Philosoph Ralph Waldo Emerson (1803 – 1872) genannt: „Die größte Wohltat, die uns Felder und Wälder gewähren, ist die Idee einer geheimen “Verwandtschaft“ zwischen dem Menschen und der Pflanzenwelt. Ich bin nicht allein und unerkannt. Sie neigen sich mir zu, und ich neige mich ihnen zu.“

 

An einer Bank vorüber erreichen wir die Station 9 mit „Der künstlerische Blick“. Anschließend lässt Arthur Schopenhauer an Station 10 nach vorne schauen“. Nachdem wir die Station 11 (Palisade) hinter uns gelassen haben, verlassen wir die Mülverstedter Chaussee und halten uns links. An der Kehre (Station 12) haben wir den Scheitelpunkt unseres Weges erreicht.
Dabei ändert sich unsere Richtung nun um 180 Grad. Betrachten wir die klimatische Entwicklung unseres Planeten, so ist im übertragenen Sinne auch eine solche Wendung durch uns Menschen notwendig. Schon der griechische Philosoph Heraklit mahnte zur Umkehr: „Weisheit ist, Wahres zu sagen und zu handeln gemäß der Natur im Horchen auf sie.“

 

An der Station 13 erwartet uns erneut Dichter-und Denkerworte.
Diese stammen von Gusto Gräser (1879 - 1958), einem deutsch-österreichischen Künstler und Aussteiger. Eine Zeile von ihm lautet: “Zu des Baumes werde tiefem Schweigen horche still! Seinen Urwuchs lasse überzeugen dein Gefühl! Übe du mit deines Urtheils Fühlen zu gehorchen jenem wilden Willen, tief und still.“

 

Station 14 zeigt uns eine beeindruckende Baumwurzel.
Auch Wilhelm Busch hat sich mit diesem Thema befasst: „Auch das kleinste Ding hat seine Wurzel in der Unendlichkeit, ist also nicht völlig zu ergründen."

 

Anschließend lädt uns die Station 15 zu einem Blick in den Wald ein.
Bei seinem Gedicht über eine Wanderung im Tessin stellte Hermann Hesse dazu fest: „Bäume sind Heiligtümer. Wer mit ihnen zu sprechen, wer ihnen zuzuhören weiß, der erfährt die Wahrheit. Sie predigen nicht Lehren noch Rezepte. Sie predigen, um das Einzelne unbekümmert, das Urgesetz des Lebens“. Bereits 100 Jahre zuvor schien der Lyriker Friedrich Hölderlin in seinem Gedicht „An den Baum“ zu ahnen, was auf unsere Wälder durch den Klimawandel zukommt: „Glücklicher Baum! Wie lange, wie lange könnt ich noch singen. Und vergehen im Blick auf dein erhebendes Haupt.“

 

Die Station 16 lässt uns in den Himmel blicken.
Hier geht es also nicht darum, wie gewohnt von einem Aussichtsturm von oben herab auf die Natur zu blicken, sondern ehrfurchtsvoll von den unteren Ästen zu den Wipfeln der Bäume aufzuschauen.

 

Dichter- und Denkerworte erwarten uns auch an der Station 17.
Die Achtung vor den Bäumen bringt auch Alexander von Humboldt zum Ausdruck: „Habt Ehrfurcht vor dem Baum – er ist ein einziges Wunder.“

 

Auch Station 18 (Auf dem Holzweg) regt zum Nachdenken an. Passend dazu kreuzen sich hier einige Wege.
Sie zeigt uns auf, wie leicht es ist, auf den Holzweg zu gelangen, wenn man in Zeiten materiellen Wohlstandes nicht Maß hält und nicht im Einklang mit der Natur lebt.

 

Nachdem Station 19 als Abstecher zu einem Verhau führt, weist die Station 20 auf den Zyklus hin.
Während die heutige Zivilisation stets nach Fortschritt und Wachstum strebt, denken die sogenannten Naturvölker auf ständig wederkehrende Zyklen wie Jahreszeiten, Aussaat und Ernte sowie Werden und Vergehen.

 

Anschließend erreichen wir wieder den Schutzpavillon im Brunstal, wo sich die Wege gabeln. Der nun etwas schmalere Weg führt uns zu einem Brunnen, der als Sinnbild des Geheimnisvollen gilt (Station 21).
An der Station 22 erreichen wir eine Schutzhütte, an der wir Rückschau über diesen herrlichen Weg halten können.
Sören Kirkegaard, dänischer Philosoph und Theologe, schrieb einst nieder: „Verstehen kann man das Leben nur rückwärts. Leben muss man es vorwärts.“

 

Durch das hölzerne Tor gelangen wir wenig später wieder zu unserem Ausgangspunkt am Wanderparkplatz Fuchsfarm.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

Die nächstgelegenen Bahnstationen sind Schönstedt und Großengottern (Entfernung je 6 km) an der Bahnstrecke Erfurt – Göttingen/Kassel gelegen. Vom Bahnhof der Kreisstadt Mühlhausen (Linie 154) und von Bad Langensalza (Linie 733) verkehren Busse nach Mülverstedt.

Anfahrt

Der Wanderparkplatz und die Baude „Brotzeit“ an der Fuchsfarm sind von Mülverstedt aus über die Triftchaussee zu erreichen. Die Anreise kann über die L1042 erfolgen, die von Bad Langensalza über Zimmern, Alterstedt und Weberstedt nach Mülverstedt führt. Hinter dem Ortsausgangsschild in Richtung Flarchheim gelangt man linksabbiegend über die Triftchaussee zu beiden o. g. Punkten. Wer über die Autobahn A4 kommt, sollte ab der Abfahrt Eisenach-Ost der B84 in Richtung Bad Langensalza folgen. Ab Ufhoven gelangt man wieder über Zimmern, Alterstedt und Weberstedt nach Mülverstedt. Von der Autobahn A4 kommend kann man auch ab Abfahrt Eisenach-Ost oder Eisenach-West den Schildern in Richtung Eisenach/Mihla folgen. Die L1016 führt über Nazza nach Langula und dort folgt man der L1042 über Oppershausen und Flarchheim nach Mülverstedt.

Parken

Am Wanderparkplatz an der Fuchsfarm sind ausreichend Parkplätze vorhanden. 

Koordinaten

DD
51.110640, 10.470928
GMS
51°06'38.3"N 10°28'15.3"E
UTM
32U 602966 5663157
w3w 
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Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Kartenempfehlungen des Autors

  • Die Karte Nr. 2: UNESCO-Weltnaturerbe Nationalpark Hainich 1:30.000 ARTIFEX-Computerkartographie Bad Langensalza, 8. Überarbeitete Auflage 2015
  • Inzwischen erschienen: Rad & Wanderkarte Wartburgkreis 1:50.000, 4. überarbeitete Ausgabe 28.08.2019, ISBN-Nr. 978-3-86973-191-9,
    Verkaufspreis 6,00 €

  • Wanderkarte Westlicher Thüringer Wald – Nationalpark Hainich, 1:50.000, Verlagsgruppe Grünes Herz Ilmenau, 3. Auflage 2016, ISBN 978-3-935621-08-3 (4. Auflage gegenwärtig in Arbeit – Stand per 18.10.2019)
  • Rad-und Wanderkarte Wartburgkreis 1:50.000, Kartografische Kommunale Verlagsgesellschaft mbH Nordhausen, 3. Auflage 2013, ISBN-Nr. 978-3-86973-8

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Status
geöffnet
Schwierigkeit
leicht
Strecke
3,2 km
Dauer
2:30 h
Aufstieg
48 hm
Abstieg
48 hm
Höchster Punkt
309 hm
Tiefster Punkt
261 hm
Rundtour barrierefrei

Statistik

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