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Themenweg

Märchenlandweg-Etappe4

Themenweg · Weserbergland
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  • Märchenlandweg
    Märchenlandweg
    Foto: Nicole Humburg, Stefan Geiling
m 300 200 100 10 8 6 4 2 km
mittel
Strecke 11,6 km
4:00 h
245 hm
295 hm
331 hm
116 hm
Profilbild von Nicole Humburg
Autor
Nicole Humburg
Aktualisierung: 11.01.2016
Schwierigkeit
mittel
Technik
Kondition
Höchster Punkt
331 m
Tiefster Punkt
116 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Wegearten

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Kurfürstenstr. 19
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Tel: +49 (0) 5692 99777-10
Fax: +49 (0) 5692 99777-11

info@region-kassel-land.de

www.kassel-land.de

Start

Veckerhagen (170 m)
Koordinaten:
DD
51.416566, 9.644391
GMS
51°24'59.6"N 9°38'39.8"E
UTM
32U 544810 5696347
w3w 
///augenzeugen.schief.machbar
Auf Karte anzeigen

Ziel

Hann. Münden

Wegbeschreibung

Die heutige Wanderung auf dem Märchenlandweg beginnt auf dem Wilhelmsplatz in Veckerhagen,auf dem Sie eine Informationstafel zu Reinhardshagen und seinen Wanderwegen finden. Sie folgen der B 80 in südlicher Richtung. Rechterhand können Sie einen „Abstecher“ zum Brunnen des Lebens oder/ und linkerhand zu Kirche und Schloss machen.


An Ihrem Weg befinden sich verschiedenen gastronomische Betriebe. Kurz vor dem Ortsausgang Veckerhagen biegen Sie über eine kleine Brücke nach links ab in den Vaaker Weg und folgen diesem bis ans Weserufer. An der Weser entlang gehend erreichen Sie nach ca. 500 m den Reinhardshagener Ortsteil Vaake.

Hier führt der Märchenlandweg immer am Weserufer entlang. Zu Ihrer Rechten sehen Sie die Vaaker Wehrkirche aus dem 14. Jahrhundert mit alten Grabsteinen und –kreuzen auf dem Kirchhof.


Am Weserufer stehen einige zwischen der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts bis ca.1844/45 erbaute Giebel-Fachwerkhäuser in Rähm- bzw. Ständerbauweise. Ein Café mit Minigolfanlage lädt zu einer Rast ein. Die kleine Straße am Weserufer führt Sie direkt wieder auf die B 80, in die Sie nach links gehend einbiegen und dieser folgen bis zur Bushaltestelle „Alte Mühle“ (ehemalige Vaaker Kornmühle. 1771 erstmals urkundlich erwähnt mit oberschlächtigem Mühlrad).

Nutzen Sie den Abzweig in Richtung Hallenbad und unmittelbar danach den linken Abzweig und gehen Sie unterhalb des Ehrenmals für die Toten der beiden Weltkriege bergauf. Von oben bietet sich Ihnen ein Blick auf den Schornstein der ehemaligen Faßfabrik, auf dem sich ein Nest mit Weißstörchen befindet, die sich hier seit einigen Jahren zu Hause fühlen und in jedem Frühjahr von den Reinhardshagener Bürgern sehnsüchtig erwartet werden.


Außerdem können Sie den schönen Blick auf den gegenüberliegenden Bramwald genießen, in dem einige Kilometer flussabwärts die Riesenschwester Brama auf ihrer Burg gelebt haben soll Sie gehen dann nach rechts auf dem geteerten Feldweg in Richtung Reinhardswald, der Reinhardshagen seinen Namen gab. Der Sage nach entstand dieser Wald beim Glücksspiel:
Vor ca. 700 Jahren lebte Graf Reinhard, dem alles Land und alle Dörfer zwischen Weser und Diemel gehörten. Er war ein besessener Spieler und verlor sein ganzes Hab und Gut beim Würfeln gegen den Bischoff von Paderborn, und verspielte dabei sogar seine Grafschaft. So schnell gab sich Reinhard jedoch nicht geschlagen und erbat sich, noch einmal auf seinem Boden zu säen und zu ernten. Der Bischof war einverstanden. Aber was säte der Graf im Herbst? Nichts als Eicheln und Bucheckern! Der Bischoff hat den Tag der Ernte wohl nicht mehr erlebt – und noch heute rauschen im Reinhardswald überwiegend Eichen und Buchen...


Nachdem Sie an der „Nassen Ahle“ („Ahle“ = altdeutsch für fließendes Gewässer, „nasse“, denn im Gegensatz zur Trockenen Ahle führt diese ganzjährig Wasser) vorbei marschiert sind, wandern Sie geradeaus weiter, auf einem Wiesenweg, der ein Stückchen am Wald entlang und dann in den Wald hinein führt. Dann biegt der Märchenlandweg nach links ab und führt hinunter über die „Trockene Ahle“ und über einen geteerten Weg. Danach verläuft der Märchenlandweg nach rechts, mit einer kräftigen Steigung.

Oben angekommen, an einem Ort namens „Schillings-Ruh“, so benannt weil hier angeblich in früheren Zeiten der Waldarbeiter Schilling, der dem Alkohol nicht abgeneigt war, seine ausschweifenden Arbeitspausen einzulegen pflegte, werden Sie mit einem sagenhaften Ausblick belohnt: Unter sich sehen Sie das Wesertal, auf der anderen Weserseite erblicken Sie den Bramwald und schräg rechts die Ortsteile Volkmarshausen, Gimte und die Stadt Hann. Münden, den Zielort der heutigen Wanderung.

Nachdem Sie sich auf den Bänken ausgeruht haben, wandern Sie weiter. Direkt bei „Schillings-Ruh gabelt sich der Weg.
Sie folgen der Märchenlandweg-Markierung und wählen den rechten Waldweg, der für ca. 2 km am Hang entlang führt und immer wieder zwischen den Bäumen, vorwiegend Buchen, Ausblicke hinunter ins Wesertal bietet.

Dann verläuft der Märchenlandweg erst in einer Rechtskurve und quert dann in einer Linkskurve den Piepengraben, der nur wenige hundert Meter rechts des Weges entspringt und hinab in die Weser fließt. Der Graben wurde so benannt, weil aus dieser Richtung bei günstigen Wind das Arbeitsschluss-Pfeifen der Zeche in Gahrenberg bis in die Hann. Mündener Ortsteile Hilwartshausen und Volkmarshausen zu hören war, und so den Hausfrauen die Heimkehr ihrer Männer angekündigt wurde.

Der Märchenlandweg verlässt nun den unbefestigten Weg und führt ein Stück auf einem befestigten Weg entlang – bevor er mit dem ebenfalls befestigten Wanderweg x14 gleich läuft. Nach ca. 1 km erreichen Sie den sogenannten „Gläserschlag“, an dem Holz für die älteste Glashütte im Reinhardswald geschlagen wurde, die sich gegenüber derheutigen Jugendherberge und des Forsthauses in Hann.
Münden befand. Hier haben Sie erneut einen guten Ausblick hinab ins Wesertal und auf das Dorf Gimte. An der nächsten Weggabelung wählen Sie den linken Weg. Nach ca. 1 km und einer Links- und dann Rechtskurve gabelt sich der Weg erneut. Hier wählen Sie den rechten Weg, auf dem Sie, nach wie vor immer durch den Reinhardswald wandernd, nach ca. einem weiteren Kilometer Fußmarsch zur Tillyschanze gelangen. Sie betreten eine einmalige Gemeinde in Deutschland: der Forstgutsbezirk Reinhardswald liegt mitten im Reinhardswald, an der niedersächsischen Grenze und ist mit 183 km² Hessens zweitgrößte Gemeinde, die jedoch nur von zwei Einwohnern bewohnt wird: dem Gastwirtspaar Marlies Scheffer und Reinhold Heck auf der Tillyschanze.


Einige Besonderheiten:


1. Die Gemeinde, die zum Landkreis Kassel gehört, hat keine Postleitzahl.
2. Es ist wohl die einzige Gemeinde in Deutschland, die keinen Bürgermeister wählen kann. Hoheitliche Aufgaben übernimmt das Forstamt.
3. Bei Bundes- und Landtagswahlen liegt die Wahlbeteiligung bei 100 %. Welche Gemeinde in Deutschland kann das von sich behaupten?. Der Name “Tillyschanze” rührt von der Belagerung und Erstürmung der Drei-Flüsse-Stadt Hann. Münden im Dreißigjährigen Krieg her.

Früher ging man davon aus, daß der Freiherr der Katholischen Liga, Johann Tserclaes Graf von Tilly, 1626 dort seine Kanonen aufgestellt haben soll, mit denen die Bresche in die Stadtmauer beim Mühlentor geschossen wurde. Die Mündener nennen den burgenartigen Turmbau auf dem Rabanenkopf daher liebevoll „Tillyschanze“. Erst später wurde diese Stelle als Kanonenstellplatz ausgeschlossen werden. Der Turm der Tillyschanze ist auf historischem Boden gebaut worden.
Wie man im Tillyschanzenführer von 1885 nachlesen kann, hat hier einst die Hesseburg gestanden, ein Münden-feindliches Bollwerk. Sie musste 1306 infolge kaiserlichen Schiedsspruches abgebrochen werden. Auch im Siebenjährigen Kriege sowie in den Befreiungskriegen gab es mehrfach Beschanzungen auf dem Rabanenkopf, um die Zugangsstraßen und Flussübergänge freizuhalten.


Den Turm können Sie besteigen: als Belohnung winkt ein grandioser Ausblick über die Höhenzüge des Reinhardswalds, des Kaufunger-Walds, des Bramwalds sowie über die beeindruckende Altstadt Hann. Mündens mit ihren Flüssen. Heute beherbergt die Tillyschanze ein Ausflugslokal, in dem Sie sich stärken können, bevor Sie sich an den steilen, ca. halbstündigen Abstieg auf einem gewundenen Waldweg hinab nach Hann. Münden machen. Bitte beachten Sie, dass der Märchenlandweg aus Denkmalschutzgründen im Hann. Münder Stadtg ebiet nicht vollständig ausgeschildert ist. Deshalb folgen Sie den Hinweisschildern nach Hann. Münden.


Unten angekommen folgen Sie der Veckerhäger Str. nach links, überqueren diese (B80) und gelangen auf dem Fischerweg zur Fulda, die Sie auf der Hängebrücke überqueren. Nun gelangen Sie zum Weserstein am nördlichen Ende der Insel Tanzwerder, der dem Zusammenfluss der Flüsse Werra und Fulda gewidmet ist, die dann die Weser bilden.

Hier ist folgender Spruch nachzulesen: „Wo Werra sich und Fulda küssen, sie ihren Namen büßen müssen, und hier entsteht durch diesen Kuss deutsch bis zum Meer der Weserfluss.“

Vom Tanzwer der über die überdachte Fußgängerbrücke ist es nicht mehr weit bis in die sehenswerte Hann. Münder Altstadt mit dem Welfenschloss, dem historischen Weserrenaissance-Rathaus mit Doktor-Eisenbart-Glockenspiel (täglich 12, 15 und 17 Uhr) und den vielen aufwändig restaurierten prunkvollen Fachwerkhäusern. In der Langen Straße 79 finden Sie das Sterbehaus des Doktor Eisenbarts, des legendären Wanderarztes.


Sein Grabstein befindet sich an der Nordseite der St. Aegidienkirche. Im Sommer und in der Adventszeit praktiziert Doktor Eisenbart während seiner Sprechstunden im Rathaus an den Samstagen um 13.30 Uhr, sowie während der Doktor-Eisenbart-Spiele, einem humorvollen OpenAir-Theaterstück an fast allen Sommersonntagen um 11.15 Uhr vor dem historischen Rathaus.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Anfahrt

Informieren Sie sich unter www.nvv.de über die bestehenden Verbindungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Koordinaten

DD
51.416566, 9.644391
GMS
51°24'59.6"N 9°38'39.8"E
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Schwierigkeit
mittel
Strecke
11,6 km
Dauer
4:00 h
Aufstieg
245 hm
Abstieg
295 hm
Höchster Punkt
331 hm
Tiefster Punkt
116 hm
Etappentour aussichtsreich Einkehrmöglichkeit familienfreundlich kulturell / historisch

Statistik

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Karten und Wege
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