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Reportage

Geheimnisumwobener Brocken: Schauplatz von Hexentanz und Spionagestützpunkt

von Wiebke Hillen  · 21.11.2018 · Reportage · Harz
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  • Blick vom Heinrich-Heine-Wanderweg vorbei an der Brockenbahn zum Brockengipfel (2008)
    Blick vom Heinrich-Heine-Wanderweg vorbei an der Brockenbahn zum Brockengipfel (2008)
    Foto: Nawi112, CC BY-SA, Wikimedia Commons

Als höchster Berg Norddeutschlands und Treffpunkt von Hexen in der Walpurgisnacht ist er weithin bekannt – der Brocken. Doch auch der Kalte Krieg hat seine Spuren auf dem „Berg der Deutschen” hinterlassen. Die dampfende Schmalspurbahn trägt Besucher ohne Anstrengung auf die waldlose Kuppe hinauf. An Tagen ohne Nebel bietet sich eine einmalige Aussicht – leider kommen die nur selten vor. Aber auch im dichten Nebelmeer ist die Brockenbesteigung ein lohnendes Erlebnis.



Blocksberg – Treffpunkt für Hexen

Der Nebel, der fast täglich um den Berg wabert, ist es auch, der den norddeutschen Gipfel so besonders macht. Lichteffekte wie das Brockengespenst werden durch den Nebel begünstigt und haben schon so manchen Besucher in Angst und Schrecken versetzt. Kein Wunder also, dass der Brocken auch als Schauplatz geheimnisvoller Hexen-Treffen gesehen wurde. Als Treffpunkt von Geisterwesen galt der Berg bereits in einem Gedicht aus dem Jahr 1300. Als im Mittelalter dann nach und nach der Hexenglaube auftrat, war es nur folgerichtig, dass deren geheime Zusammenkünfte ab 1540 auch auf den „Blocksberg” verlegt wurden. Besonders mit Goethes „Faust I” setzte sich diese Vorstellung durch, sodass die Hexen ganz Deutschlands einen neuen Sammelplatz erhielten. Mittlerweile ist der Brocken jährlich in der Walpurgisnacht Schauplatz für festliche Hexen-Treffen. Touristen aus aller Welt reisen an, um sich das besondere Schauspiel mit Verkleidungen, Musik und Aufführungen anzusehen und mitzumachen.

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Abhörungen bis zur niederländischen Grenze

Der Gipfel ist jedoch nicht nur Treffpunkt von Hexen. Zu der mystischen Nebel-Atmosphäre, die scheinbar einen Geheimniswahrer abgibt, passt es ganz gut, dass im Kalten Krieg zwei Abhörstationen auf dem Brocken errichtet wurden. Unter den Tarnnamen „Jenissej” und „Urian” fungierten die Abhöranlagen der DDR und der Sowjetunion als Spionagezentrum mit einer Reichweite bis zur niederländischen Grenze. Der sowjetische Geheimdienst und das Ministerium für Staatssicherheit der DDR konnten nun Informationen des feindlichen Militärs und deren Standorte abfragen. Durch eine Mauer rund um die Kuppe war die Abhörstation mit militärischen Anlagen nur noch für Angestellte und Soldaten zugänglich. Der Zugang für Touristen und Brockenwanderer war gesperrt. Jahrelang ragten die zwei großen Spionageanlagen aus dem Nebel, um den Geheimnissen um Hexen und Brockengespenst ein paar weitere hinzuzufügen.

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Nach dem Mauerfall wurde der Brocken nicht sofort wieder freigegeben. So machten sich am 3. Dezember 1989 tausende Demonstranten auf den Weg zum Gipfel, um ihren Berg zurückzuerobern. Schilder mit der Aufschrift „Freie Bürger freier Brocken” wurden hinaufgetragen und auch die Warnungen der Nationalen Volksarmee hielten die Demonstranten nicht von ihrem Vorhaben ab. Nach langer Wartezeit wurden schließlich mittags die Tore geöffnet und die Menschen strömten auf das Plateau.

Seitdem wurde die Brockenkuppe renaturiert und für die zahlreichen Touristen attraktiver gemacht. Hotel, Restaurant und Brockenbahn ziehen die Besucher an. Und im Brockenhaus kann die Geschichte des Kalten Krieges nacherlebt werden. Trotz des Nebels wagen sich jährlich tausende Besucher hinauf, um die Geheimnisse des Berges zu entschlüsseln.

Berühmte Brocken-Besteiger

Auf dem Weg durch den Nationalpark Harz muss man sich für einen Weg auf den höchsten norddeutschen Berg entscheiden. Dabei wandeln die Besucher vermeintlich auf den Spuren bekannter Literaten wie Johann Wolfgang von Goethe und Heinrich Heine. Diese haben den Berg zwar bestiegen, die exakten Wege gehen die heutigen Wanderer jedoch nicht nach. Dennoch ist die Bergbesteigung ein besonderes Erlebnis. Und mit ein bisschen Glück trefft ihr auf Benno Schmidt. „Brocken-Benno” wandert seit 1989 fast täglich auf den Brocken und hat bereits im Jahr 2016 seine 8000te Besteigung hinter sich gebracht. Mit der Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet und mehreren Einträgen ins Guinness-Buch der Rekorde hat Benno schon etliche Brocken-Kilometer in den Waden.


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Autor
Wiebke Hillen 
Aktualisierung: 21.11.2018


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