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Reportage

Auf den Spuren von Max und Moritz in Ebergötzen

von Wiebke Hillen  · 19.02.2020 · Reportage · Harz
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  • Max und Moritz vor der Wilhelm-Busch-Mühle
    Max und Moritz vor der Wilhelm-Busch-Mühle
    Foto: Wiebke Hillen, Outdooractive Redaktion

„Ach was muss man oft von bösen Kindern hören oder lesen! Wie zum Beispiel hier von diesen, welche Max und Moritz hießen.” Wer kennt sie nicht? Max und Moritz und ihre Streiche, die ein grausames Ende für die beiden Lausbuben nehmen. In Ebergötzen, einem kleinen Ort bei Göttingen, fing alles an...



Wilhelm Busch, Selbstporträt 1894
Wilhelm Busch, Selbstporträt 1894

Wilhelm Busch, der weltbekannte Humorist, Maler, Zeichner und Dichter lebte fünf Jahre lang in Ebergötzen. Er ist der Schöpfer von Max und Moritz und gilt im deutschsprachigen Raum längst als Wegbereiter des Comics. Doch wie viel Wahres steckt in den sieben Streichen der beiden Lausebengel?

Mit neun Jahren wurde Busch von seinen Eltern zu einem Onkel nach Ebergötzen gebracht – 165 Kilometer und eine dreitägige Reise mit dem Pferdewagen entfernt von seinem Elternhaus in Wiedensahl. Sein Onkel war Pfarrer und gab seinem Neffen sowie dem Sohn des wohlhabendsten Müllers aus dem Ort Privatunterricht. Die Mühle, in der sich Busch fortan häufig aufhielt, ist allen Max und Moritz-Fans auch heute noch bekannt.

„Übers Wasser führt ein Steg und darüber geht der Weg.”

Der Müllersohn Erich Bachmann und Wilhelm Busch wurden schnell gute Freunde und mindestens äußerlich zu den Vorbildern von Max und Moritz. Bachmanns Ähnlichkeit zu Max ist unübersehbar, vor allem in Zeichnungen Wilhelm Buschs: ein pausbäckiger, selbstbewusster Junge, der stets vorangeht. Moritz hingegen ist in einem Selbstbildnis Buschs wiederzuerkennen: mit zartem Körperbau und unverkennbarem Haarwirbel.

Max und Moritz
Max und Moritz
Max und Moritz, Witwe Boltes Haus
Max und Moritz, Witwe Boltes Haus

„Max und Moritz, gar nicht träge, sägen heimlich mit der Säge, ritzeratze! Voller Tücke, in die Brücke eine Lücke.”

Was die sieben Streiche angeht, müssen wir wohl davon ausgehen, dass Wilhelm Busch sie zum Großteil erfunden hat. Zumindest genauso werden sie nicht stattgefunden haben. Auch wenn nicht ganz klar ist, was Erich und Wilhelm in ihrer kindlichen Freizeit angestellt haben. Kleinere Taten können sie durchaus begangen haben, Vorbilder für die Opfer der späteren Lausbuben sind jedenfalls in Ebergötzen zu finden: Der Steg von Schneider Böck ist gleich um die Ecke von der Bachmann'schen Mühle und auch das Haus der Witwe Bolte befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft.

„Dieses war der dritte Streich, doch der vierte folgt sogleich.”

Sogar einen Lehrer Lämpel gab es zu Buschs Zeiten in dem Ort und natürlich ähnelt die Mühle in der Geschichte der Bachmann-Mühle aus Ebergötzen. Doch können diese Personen auch nur dem Namen nach eine Parallele zu den Lausbubenstreichen von Max und Moritz ziehen. Denn in der Mühle geschrotet und von Enten aufgepickt wurden Erich Bachmann und Wilhelm Busch nicht, so viel ist sicher.

„Rickeracke! Rickeracke! Geht die Mühle mit Geknacke.”

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von Wiebke Hillen,   Outdooractive Redaktion

Die Mühle war nicht nur in Wilhelm Buschs Kindheit ein beliebter Aufenthaltsort der beiden Jungen. Auch in späteren Jahren kehrte der Dichter und Zeichner immer wieder nach Ebergötzen zurück, um seinen Freund Erich Bachmann zu besuchen. Bei einer Besichtigung der Mühle, die heute als Museum fungiert, findet man eine Pfeife auf dem Tisch im Wohnbereich liegen, wo die beiden sich bis spät in die Nacht unterhielten. Sogar ein eigenes Schlafzimmer hatte Busch hier, wenn er zu Besuch kam.

„Gott sei Dank! Nun ist's vorbei mit der Übeltäterei!”

Wilhelm Busch und Max und Moritz sind nicht nur in Deutschland bekannt. Auch wenn die erste Auflage noch recht schleppend verkauft wurde und es immer wieder Kritik an den grausamen Streichen der Kinder gab – in Buschs Todesjahr 1908 war bereits die 56. Auflage erschienen und mehr als 430.000 Exemplare verkauft. In über 300 Sprachen und Dialekte übersetzt – darunter japanisch, arabisch und hessisch – zählen die Bubenstreiche zu den meistverkauften Kinderbüchern.

Verschiedene Ausgaben von „Max und Moritz”, ausgestellt in der Wilhelm-Busch-Mühle
Verschiedene Ausgaben von „Max und Moritz”, ausgestellt in der Wilhelm-Busch-Mühle
Katzenjammer Kids, Einzelszene aus dem Jahr 1901
Katzenjammer Kids, Einzelszene aus dem Jahr 1901

In Amerika ging man sogar noch weiter: Hier wurden die Streiche nicht nur übersetzt und verkauft, sondern ein Zwillingspaar erschaffen, das sich an die Streiche von Max und Moritz anlehnen soll. Die Brüder Hans und Fritz wurden ursprünglich vom deutschstämmigen Zeichner Rudolph Dirks entworfen – daher die deutschen Namen. Und auch das Englisch der meisten Charaktere erscheint mit stereotypischem deutschen Akzent. „The Katzenjammer Kids” erscheint seit 1897 und wird immer noch fortgeführt.

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von Wiebke Hillen,   Outdooractive Premium

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Wiebke Hillen 
Aktualisierung: 19.02.2020


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