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Historischer Stadtkern

Dorf Ossenfeld

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Das kleine Dorf Ossenfeld, Ortsteil der Stadt Dransfeld kann in diesem Jahr auf das 750jährige Bestehen zurückblicken. Im Jahr 1256 wurde der Ort als Osnevelde ersmals urkundlich erwähnt.
Das Dorf Ossenfeld liegt inmitten des Naturschutzgebietes Ossenberg – Fehrenbusch unterhalb des Ossenberges. Dieser Berg ist einer der wenigen Basaltkuppen Niedersachsens, die nicht durch Gesteinsabbau zerstört wurden. Er galt in früheren Zeiten als Wetterberg, an dem sich Gewitter teilen, abziehen oder entladen. Am westlichen Sporn des Ossenberges befinden sich Reste einer mächtigen Burganlage, der Hünenburg. Das Dorf Ossenfeld ist umgeben von Eichen- und Hainbuchenwäldern, die als Mittelwald genutzt wurden und von lichten Buchenwäldern mit zahlreichen Frühjahrsblühern. Das Naturschutzgebiet Ossenberg – Fehrenbusch ist mit seinen Laubwäldern und den Kalkmagerrasengebieten ein wertvolles Rückzugsgebiet für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Das Dorf Ossenfeld könnte von seiner Namensschicht her schon in der Zeit der Völkerwanderung 250 – 500 nach Christus entstanden sein obwohl es erst viel später, erstmals im Jahre 1256 während eines Rechtsstreites zwischen dem Ritter „von Besekendorp“ und der Kirche in Weende urkundlich erwähnt wird. In diesem Rechtsstreit wurde auch über „gewisse Einkünfte in Ossnewelde“ gestritten. Herr Joachim Jünemann aus Dransfeld stellte in seinen Forschungen einen Zusammenhang des Ortsnamens mit dem Ossenberg, früher Osneberg und der Auschnippe, früher Ossnippe her. Bei rund hundert verschiedene Überlieferungen des Ortsnamens blieb die Schreibweise –von kleinen Varianten abgesehen – verhältnismäßig konstant. Im Laufe der Jahrhunderte sind verschiedene Schreibweisen des Ortsnamens überliefert wie z.B. Osneuelde, Ossenvelde, Ossinfelde aber auch mehrere male Ochsenfeldt. Dieser Name wird heute noch von denjenigen genannt, die versuchen sich über unser Dorf lustig zu machen. Im Mittelalter zog es viele Menschen auch aus den allerkleinsten Ortschaften in die Städte. Aus Northeim werden 1338 – 1343 die Namen „Johannes de Osseneveld“ und 1393 „Hans Ossenfelt“ überliefert. In Göttingen erscheinen 1334 – 1343 die Namen „Hinricus dictus de Ossenvelde“ und dessen Söhne „Hildebrandus und Hetzo“ 1383 ein weiterer „ Hinricus Ossenevelt“ und 1392 „Johannes Ossenfelt“. Vermutlich haben sie durch Heirat das Bürgerrecht erlangt. Als älteste Überlieferungen der Bewohner von „Ossenfelde“ gelten die Schatzregister des Fürstentums Göttingen aus der Zeit von 1418 und 1448. Es werden im Jahre 1418 dreizehn Hofstellen mit ihrem Viehbestand aufgeführt, von denen 5 der Herrschaft von Stockhausen gehören. Nach der jeweils für die Höfe angeführten Anzahl von 3 und mehr Pferden lassen sich 6 Meierhöfe und 7 Kothöfe in Ossenfeld erschließen. Schon in diesen Überlieferung waren die Namen „Toln“ und „Sonrey“ aufgezeichnet. Diese Namen sind auch heute noch im Dorf vorhanden. In der unruhigen Zeit des Mittelalters kamen die Bewohner der kleinen Dörfer durch kriegerische Heerhaufen immer wieder in Not. Auch das kleine Dorf Ossinfelde war bedroht, als sich 1447 in der sog. „Soester Fehde“ die Heere Herzogs Wilhelm von Sachsen „up der Osnippe legerten unde deden groten Schaden, deene de lude up den Dorpen weren geflon mit dem, dat se enwech konden bringen yn de stede“. Auch 1485 in der „Hildesheimer Bierfehde“ zogen die von Göttingen in das Gericht Uslar und „verbrandten auf der Osnip eine Mühle, zogen darauhin vor Dransfeldt und namen alle Schaff und über 80 Bürger gefangen, darunter auch etzliche Bawren aus den Dörffern“. Im Jahre 1557 gehörte Ossenfeld zum Gericht Dransfeld, das von 19 Hofstellen in „Ossenuelde“ eine sog. Türkensteuer einzog. Sie wurde als abendländische Hilfe für die auf der Insel Malta durch die von Türken bedrängte Bruderschaft der Johanniter erhoben. In der Calenberger Musterungsrolle vom Jahre 1585 sind 23 Ossenfelder Männer im Alter von 25 – 70 Jahren mit Altersangabe und Bewaffnung aufgeführt. Im Jahre 1643 erscheinen in einer Beschreibung des Dorfes nur noch 13 Wohnungen und ein durch die Wirrungen des 30jährigen Krieges geringer Viehbestand von nur 13 Pfewrden, 10 Kühen und 5 Schweinen. In dieser Zeit wurden 115 Morgen für Wintersaat und 122 Morgen für Sommersaat bestellt, 117 Morgen waren Brachland, 219 Morgen waren bedingt durch die lange Kriegszeit als wüstes Land aufgeführt. Eine in Ossenfeld sorgsam gehütete schmiedesilberne Schützenkette mit gediegenen Plaketten lässt in besonderem Maße hier eine für ein Dorf sonst ungewöhnliche Tradition erkennen. Ein kleiner Wappenschild kündet davon, dass Henrich Joachim Reichhelm „aus guter Affection der Gemeine dieses Kleinod anno 1680 verehrt“ habe. Die weiteren Gebilde, eines davon in Herzform aus dem Jahre 1782, ein anderes als Abbild eines Säbels 1788 und andere mehr von 1791, 1798, 1853 bis in die neueste Zeit sind beredte Schützenzeugnisse. Der zum älteren Teil der Kette gehölrdnede Armbrustpfeil schein an die Überlieferung eines „pilstickers“ in Ossenfeld aus dem Jahre 1493, an Hans Tolder anzuschließen, der für die Göttinger Stadtmannschaft damals 39 Schock Pfeile, davon 12 Schock mit eisernen Doppen lieferte. Auch besitzt Ossenfeld noch ein altes gelbes Fahnentuch von ursprünglich 1,24 x 1,05 m, dessen blaues Mittelfeld die Inschrift in Ror „Gemeine Ossenfeld 1814“ und auf der Rückseite eine Krone und die Initialen des Königs von Hannover „GR“ (Georgius Rex) in Rot zeigt. Diese Fahne befindet sich im Stadtarchiv Dransfeld. Im Jahre 1689 waren in einer Kopfsteuerbeschreibung des Fürstentums Calenberg-Göttingen schon wieder 144 Einwohner davon 25 Hofbesitzer, 23 Ehefrauen, 17 ledige Knechte und Mägde und 79 Kinder aufgeführt. Der 51 ha große Wald von Ossenfeld besteht aus dem Braunsholz, Knutberg, Hainberg und Kamp. Er ist im Eigentum der Forstgenossenschaft Ossenfeld, einer alten Waldgennossenschaft. Sie umfasst 25 ganze und 4 halbe, zusammen 27 Berechtigungen. Das 3 ha große „Heiligenholz“ ist Eigentum der Martinigemeinde Dransfeld zu der auch die Ossenfelder mit ihrer St. Kruciskirche gehören. Die Einwohnerzahlen von Ossenfeld spiegeln seit drei Jahrhunderten ein zähes Erhalten einer Minderzahl mit geringen Abweichungen wieder. Im Jahre 1689 waren es 144 Einwohner, 1821 : 120, 1848 : 118, 1871 : 190, 1942 : 127, 1950 : 217, 1960 : 147, 1970 : 190, und heute 250 Einwohner Im Jahre 1861 wurde das ehemalige Schulhaus in Ossenfeld gründlich renoviert, was 12 Reichstaler und 13 Gutegroschen gekostet hat. Das Lehrerwohnhaus wurde verkauft, das Klassenzimmer wurde zum Feuerwehrraum. Die 1959 erbaute neue Schule wurde nur bis 1966 benutzt, die Kinder fahren heute nach Dransfeld und nach Göttingen zur Schule. Für einige Jahre produzierte eine Göttinger Firma hier; heute ist dieses Gebäude Dorfgemeinschaftshaus. Die Feldmark von Ossenfeld ist 318 ha groß. Es werden überwiegend Getreide und Feldfrüchte angebaut.In der Landwirtschaft hat sich das Bild grundlegend gewandelt. Es gibt nur noch 5 Haupterwerbsbetriebe und einen Nebenerwerbsbetrieb. Die Kühe sind weitgehend aus dem Dorfbild verschwunden, nur 1 Betrieb betreibt noch Milchproduktion. Die zentrale Wasserversorgung von 1938/39 wurde im Jahr 1966 durch einen Hochbehälter im Knutberg wesentlich verbessert. Im Jahre 2004 wurde die Trinkwasserproduktion aus der Helenenquelle mangels Rentabilität aufgegeben. Durch die Gebietsreform musste Ossenfeld seine Selbständigkeit aufgeben und ist ein Ortsteil von Dransfeld geworden. Die Struktur des Dorfes hat sich gewandelt. Vom landwirtschaftlich stark geprägten Ort ist Ossenfeld ein Wohngebiet für Pendler geworden die ihren Erwerb in den umliegenden Städten nachgehen. Im Waldweg wurden etliche neue Häuser erbaut, eine weitere Siedlung ist in der Planung. Die Gastwirtschaften Kerl und Peckmann, die ein Treffpunkt für die Ossenfelder Einwohner waren, haben schon lange geschlossen. In der Gemeinde gibt es ein reges Vereinsleben. Es existieren der Schützenverein, die freiwillige Feuerwehr und der Verschönerungsverein. Diese Vereine organisieren gemeinsam die das diesjährigen Jubiläum. Veranstaltungen der drei örtlichen Vereine finden vermehrt im Dorfgemeinschaftshaus und im Schützenhaus statt. Diesen Vereinen kommt nun die Aufgabe zu, Treffpunkt für Alteingesessene und Neubürger zu sein.

Koordinaten

DG
51.526365, 9.796240
GMS
51°31'34.9"N 9°47'46.5"E
UTM
32U 555236 5708661
w3w 
///genehmigung.fanden.büffel
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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