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Basaltsteinbruch am Hohen Hagen

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Karte / Basaltsteinbruch am Hohen Hagen
Im Jahr 1801 hat Goethe den Hohen Hagen im Zuge seiner Studien an Basalten besucht. Der Basaltabbau begann 1825 und wurde bis 1987 fortgesetzt. Der Hohe Hagen entstand im Jung-Tertiär, als Magma aus ca. 60 km Tiefe bis nahe an die Oberfläche aufstieg.
Am Hohen Hagen (507 m über NN) sind in einem ehemaligen Steinbruch Basalte mit schönen Basaltsäulen und tertiäre Quarzsande zu sehen. In den Basaltsäulen sind Olivin-Kristalle zu erkennen. Vereinzelt treten Olivin-Knollen im Basalt auf. Am Südende des Steinbruchs sind helle bis leicht gefärbte tertiäre Quarzsande zu sehen. Das Basalt-Magma hat im Miozän (Jung-Tertiär) die in den Zeiten der Gebirgsbildungen (Alpen, Pyrenäen) und Grabenbildungen (Rheintalgraben, Leinetalgraben) entstandenen Risse und Klüfte in den überlagernden Gesteinsschichten genutzt und ist bis nahe an die damalige Erdoberfläche aufgestiegen. Dabei hat das Magma nur selten die an der Erdoberfläche lagernden tertiären Sande durchstoßen und ist oft in den wasserreichen Tertiärsedimenten steckengeblieben. Die Basaltsäulen sonderten sich senkrecht zu den Kontaktflächen Basalt/Tertiärsand ab. Auf der obersten Sohle des Steinbruchs sind nahezu horizontale Kontaktflächen Basalt/Tertiärsand aufgeschlossen. In diesem Kontaktbereich tritt im Basalt und im Tertiärsand Nontronit (Fe3+-reicher Montmorillonit) auf, der unter dem Einfluss erhitzter Porenwässer gebildet wurde. Die im Basalt auftretenden Olivin-Knollen geben Hinweise auf den Ursprungsort der basaltischen Magmen, dem oberen Erdmantel. Mineralogisch gesehen ist der Hohe-Hagen-Basalt ein Alkali-Olivinbasalt, untergeordnet treten tholeiitische Basalte auf. Der Hohe Hagen wurde schon in den 60iger Jahren als tertiärer Vulkanschlot mit aufsitzender subvulkanischer Schmelzkammer gedeutet. Die Intrusion (das eindringende Magma) hat ein im Chat-Aquitan (Oberoligozän / Alt-Tertiär) vor ca. 25 Millionen Jahren abgelagertes etwa 0,5 m mächtiges Braunkohlenflöz durchschlagen. Dieses sogenannte Brunsberg-Flöz wurde vor über 130 Jahren kurzzeitig abgebaut. Wedepohl und Ritzkowski ermittelten im Jahr 1980 anhand von K/Ar-Datierungen ein Alter von 12 bis 13 Millionen Jahren für das Basaltgestein am Hohen Hagen. Die Basalte des Hohen Hagens weisen eine magnetische Polung auf, die der heutigen entspricht. Die Basalte des Backenberges zeigen allerdings eine magnetische Polung in entgegengesetzter Richtung (Wedepohl, 1954 & Schult, 1963). Basaltabbau: Wie am Backenberg und an der Grefenburg begann auch am Hohen Hagen der Basaltabbau im 19. Jahrhundert. Zuerst wurde der Basalt zu Schottermaterial für den Straßen- und Schienenbau und zu Pflastersteinen verarbeitet. Später wurden Basaltsplitte hergestellt. Zuletzt wurde der Basalt von der Firma Siewers (Dransfeld) abgebaut. Im Jahr 1987 wurde der Basaltabbau eingestellt. Der Gaußturm: Zu Ehren des Mathematikers und Physikers Carl Friedrich Gauß (1777-1855), der viele Jahre in Göttingen lebte und lehrte, wurde auf dem Hohen Hagen der Gaußturm errichtet. Gauß, der auch mit der Vermessung des damaligen Königreichs Hannover beauftragt war, nutzte den Hohen Hagen zur Vermessung des damals größten Dreiecks nach der Methode der Triangulation mit den Eckpunkten Hoher Hagen (507 m ü. NN), Brocken (1142 m ü. NN) und Großer Inselsberg (916 m ü. NN). Der heutige Gaußturm ist bereits der zweite am Hohen Hagen. Sein Vorgänger (Alter Gaußturm) war auf Grund von Sprengungen im Steinbruch so stark beschädigt worden, dass er 1963 abgerissen werden musste. Der Geologie- und Bergbaupfad: Zurzeit entsteht am Hohen Hagen ein Geologie- und Bergbaupfad, der im Oktober 2004 fertig gestellt sein soll. Er wird aus 8 Stationen bestehen, die auf anschauliche Art und Weise die Entstehungsgeschichte des Hohen Hagen und die Zeit der Rohstoffgewinnung erläutern sollen. M i n e r a l o g i s c h e S t i c h w o r t e Q u a r z s a n d : Eigenschaften: Quarz (SiO2) Kristall / hexagonal. Dichte: 2,65. Farbe: farblos, wenn rein sonst die Farben weiß, grau, gelb, rot, blau, grün, braun, schwarz. Die verschiedenen Farben sind auf Spurenelemente, die im Kristallgitter eingebaut sind, zurückzuführen. Bildung und Vorkommen: Quarz kommt in vielen Eruptiv- und Sedimentgesteinen vor. Aufgrund seiner Härte und Schwerlöslichkeit wird er in Sanden und Geröllen angereichert. Bedeutung und Verwendung: Quarz ist nach den Feldspäten das häufigste Mineral der Erdkruste. Reine Quarzsande sind Ausgangsprodukte für die Silizium-Gewinnung (Solartechnik). Traditionell werden Quarzsande zur Glasherstellung (Quarzglas) verwendet. Da Quarzglas ultraviolette Strahlen gut durchlässt, wird es auch für Glühbirnen verwendet. Als Schmucksteine werden Quarz-Kristalle in vielfältigen Variationen angeboten. O l i v i n : Eigenschaften: Magnesium-Eisen-Silikat. Olivin ist eines der ersten Mineralien, die beim Erstarren der Schmelze in der Magmakammer auskristallisieren. Dichte: 3,27 – 4,20. Farbe: grün, gelblich, rotbraun, selten grau oder farblos. Bildung und Vorkommen: Der Hohe Hagen ist für das Vorkommen von Olivin-Kristallen in den Basalten bekannt. Alle Olivine neigen dazu, sich mit der Zeit unter atmosphärischem Einfluss zu zersetzen. Bedeutung und Verwendung: Klare Kristalle werden als Edelsteine verschliffen, magnesiumreiches Material wird zur Herstellung hochfeuerfester Steine oder zur Magnesiumgewinnung abgebaut.

Koordinaten

DD
51.474562, 9.762997
GMS
51°28'28.4"N 9°45'46.8"E
UTM
32U 552990 5702876
w3w 
///demnächst.laune.kennzeichnete
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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