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Galerie Göttinger Land
Lager II

Südlich von Lager I liegt im direkten Anschluss daran ein Areal von 1,3 Hektar Innenraumfläche. Es reicht mit seiner fast rechteckigen Grundrissform bis an den Steilhang zur Werra. Die Wall-Gruben-Linien der Befestigung sind auf dem Waldboden noch flach erhalten. Bei Grabungen gefundene, intensive Brandreste belegen, dass die Wehrbauten aus Holz-Erde-Mauern mit vorgelagerten Spitzgräben bestanden. Die Wallaufschüttung besteht regellos aus Sand-, Löß- und Steinblöcken. Ihre heutige Basisbreite beträgt ca. 3 m und ist bis zu 40 cm Höhe erhalten. Der heute u. a. mit verziegeltem Lehm und Holzkohle verfüllte Spitzgraben hat eine obere Breite von rund 3 m und eine Tiefe von ca. 0,6 - 1 m (C14-Analyse: Frühkaiserzeitlich-augusteisches Alter). Funde in diesem Bereich: Eine eiserne, verzierte Pionieraxt (Dolabra), zwei eiserne Hammerdechsel und eiserne Nägel. Im Innenraum fanden sich nur wenige Eisenfunde: Tüllenlanzenspitzen, Zeltheringe, Baubeschläge, sonstige Objekte.


Bereich III

Im westlichen Vorgelände von Lager I ist unmittelbar angrenzend eine auffällige Fundkonzentration römischer Metallobjekte vorhanden. Die Flächengröße beträgt ca. 150 m x 150 m. Eine Wall- und Grabenbefestigung ist obertägig vorläufig nicht erkennbar.
Als Funde aus diesem Bereich liegen eine Silbermünze der römischen Republik, eine Kupfermünze des Augustus (?), eine lange Pilumstange, eine Pilumzwinge, Sandalennägel und zwei Katapultbolzen sowie diverse Baubeschläge vor:

Lager IV (mutmaßlich)

Am östlichen Hangabfall des Burgberges (östlich an Lager I und II angrenzend) machen antropogene Aufschüttungen/Terrassen ein weiteres Lager wahrscheinlich. Dieses Geländeplateau umfasst flächenmäßig ca. 12 - 15 Hektar. Die Südflanke zeigt geraden Verlauf mit jeweils abgerundet rechtwinkligen Ecken zu den Ost- wie Westflanken, von der Ostflanke sind flache Wallreste und im Ackergelände Luftbildstrukturen erkennbar.

Das Areal schließt eine alte - heute verschüttete - Quelle ein, außerdem wird die Hauptzuwegung von der nahen Werrafurt zu den Lagern I - III hier durchgeleitet. Luftbildbefunde und obertägige Strukturen im überackerten Gelände sind noch zu überprüfen. Erst durch Probegrabungen in diesem Bereich geben Aufschluss und Sicherheit, ob sich es als Lager IV angesprochen werden kann. Im östlichen Randbereich befindet sich eine eisenzeitliche Keramikfundstreuung (Hedemünden FStNr. 21).

Bereich V

Östlich an Lager II angrenzend liegen mehrere kleine Terrassen, deren Funktion z. Zt. unbestimmbar ist. Probegrabungen im Grabungsschnitt 16 ergaben wallartige Aufschüttungen mit vorgelagertem Graben. Brandlehm und Holzkohlenreste wurden in einer Grube auf dem Wall gefunden.
Vorläufig nicht datierbar, offenkundig vor-mittelalterlich.

Bereich VI

Dieser Geländebereich schließt als bewaldetes Vorgelände unmittelbar nördlich an das Lagers I an. Für die Festlegung als eigenständiger Außenbereich VI stehen zahlreiche Metallfunde, Holzkohlen und Spuren verziegelten Baulehms. Hier befindet sich ein Sumpfgelände mit einem Wasseraustritt, der vielleicht ehemals zur Wasserversorgung des Lagers eine Rolle gespielt haben könnte. Befestigungsspuren sind nicht erkennbar.

Erst Probegrabungen können über die Nutzung und Zugehörigkeit dieser Fläche Aufschluss geben.