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Kultur im Kreis
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  Rasequelle in Tiefenbrunn
Taucher mit frühneuzeitlichem Kochgefäß

Blaues, kalkhaltiges Quellwasser der Rasequelle

Adresse:
Rosdorf / Mengershausen
 
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Kurzbeschreibung:
Der Rasespring ist eine Verwerfungsquelle am Westrand des Leinetalgrabens. Das Wasser stammt aus den Schichten des Oberen Muschelkalk und fließt von den Bergen südlich Settmarshausen unterirdisch der Quelle zu. Die durchschnittliche Quellschüttung beträgt

Beschreibung:
Anfang des 15. Jahrhunderts war die nördlich von Mengershausen gelegene Rasemühle im Besitz des Klosters Hilwartshausen. 1824 verkaufte die Stadt Göttingen ca. 15 ha Land zur Anlage einer neuen Mühle. Die Räume der inzwischen stillgelegten Mühle wurden einer gewerblichen Nutzung zugeführt. Es wurde in der Rasemühle eine Ausflugsgastwirtschaft mit Biergartenbetrieb eingerichtet, die durch die neue Universität im rund 5 km entfernten Göttingen gefördert wurde. Der sogenannte „Lustort Göttinger Burschenherrlichkeit“ zog neben Studenten auch viele Göttinger an, um sich dort bei „Thee-, Coffee-, Wein- und Bierausschank“ zu erfreuen. Dem Ort hing zeitweise der zweifelhafte Ruf einer gewissen Lust- und Lasterhaftigkeit an. Heinrich Heine verewigte diesen Ort nach seinem eigenen Aufenthalt in seiner Harzreise (1824) als „die blutigen Wahlstätten der Rasemühle“. In weitern Beschreibungen wird „allerlei Unfug hinter den Gardinen der Rasemühle“ beklagt. Mit der Gründung eines Sanatoriums fand 1903 die gastronomische Nutzung des Geländes ein Ende. Beherrscht wird die gepflegte Parklandschaft von dem Verwaltungsgebäude, im Fachwerkstil erbaut.
Auf dem heutigen Gelände des Nieders. Landeskrankenhauses Tiefenbrunn erfolgt der Austritt der stark schüttenden Quelle in einem 20 m langen und 10 m breiten Trichter auf dem Grunde eines Stauteiches. Dieser wurde vermutlich im 18. Jahrhundert unmittelbar oberhalb der damaligen Rasemühle angelegt. Die Sohle des Quelltrichters liegt zwischen 4 und 5 m unter der Wasseroberfläche. Sie ist bedeckt mit einer Schlammschicht, in der archäologische Funde wie Geschirrteile (dreibeinige Koch- und Vorratsgefäße), gehenkelte Töpfe, bemalte Schalen und Steinguttöpfe eingeschlossen sind. Zusätzlich konnten mundgeblasene Bierflaschen mit Flaschensiegel, Bierseidel, Trinkgläser mit tellerförmigem Standfuß und Bruchstücke von langstieligen Tonpfeifen geborgen werden. Die Datierung der Funde umfasst das 18. bis 20. Jahrhundert und bezeugt auf anschauliche Weise die einstige Nutzung als Gaststätte.

Wie der Gronespring (s.u.) gehört auch der Rasespring zu den großen Karstquellen, die an der westlichen Randstörung des Leinetalgrabens auftreten. Die dem Rasespring zufließenden Wässer stauen sich an der westlichen Hauptrandstörung des Leinetalgrabens. Die bei der Entstehung des Leinetalgrabens im Tertiär an der Hauptstörung abgesunkenen schwach durchlässigen Schichten des Keuper stauen das der Rasequelle in den grundwasserleitenden Schichten des Oberen Muschelkalk zufließende Wasser auf. Das Wasser tritt am Rasespring zutage. Der Einzugsbereich der Quelle ist 27,22 km² groß. Die jährliche, durchschnittliche Grundwasserneubildung im gesamten Einzugsgebiet beträgt ca. 4.000.000 m³. In den Jahren 1978 und 1980 wurden zwei Tiefbrunnen oberhalb der Rasequelle errichtet, aus denen noch heute Wasser zur Trinkwasserversorgung von Rosdorf und Klein Schneen gefördert wird. Die zwei älteren Tiefbrunnen wurden damals stillgelegt. Der in den Jahren 1966 bis 1985 gemessene durchschnittliche Abfluss der Rasequelle, inklusive der damaligen Fördermengen aus den Brunnen I bis IV, betrug ca. 0,3 m³/s. Die Rase fließt nach Osten und mündet östlich von Rosdorf in die Leine. Gronespring (Springmühle): Aus insgesamt 6 Brunnen fördert die Stadtwerke Göttingen AG im Wasserwerk Springmühle (Gronespring) Trinkwasser für die Stadt Göttingen. In einer von insgesamt 3 Mischwasserstationen der Stadtwerke wird das Göttinger Wasser mit Harzwasser aus der Sösetalsperre bei Osterode am Harz im Verhältnis 1:4 ( 1 Teil Göttinger Wasser auf 4 Teile Harzwasser) gemischt. Das Wasser aus der Sösetalsperre wird seit 1980 über eine ca. 35 Km lange Transportleitung, die über Osterode, Katlenburg, Northeim und Nörten-Hardenberg verläuft, bis zum Wasserwerk Weendespring (2. Mischwasserstation) geleitet und von dort zum Gronespring und zum Wasserwerk am Schillerplatz (3. Mischwasserstation) weitergeleitet.