|
|
|
Projekte / Biogasanlage
|
|
|
|
Beschreibung:
Die Biogasanlage in Obernjesa ist ein Beispiel dafür, dass es trotz Agrarreform und sich verändernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft neue Erfolg versprechende Produktionsfelder gibt, die wirtschaftliche und besonders ökologische Vorteile mit sich bringen.
Die Biogasanlage ist ein Pilotvorhaben, das Erkenntnisse über die Monovergärung von Energiepflanzen bringen soll. Auf den Einsatz von Gülle wird hierbei verzichtet. Diese Biogasanlage ist besonders für Ackerbauer interessant.
Das innovatiove Anbausystem soll möglichst zwei Ernten pro Jahr und Fläche erlauben. Dem Anbau der winterharten Erstfrucht zu der Getreide, Raps, Rübsen oder stickstofffixierende Leguminosen gehören, kann eine Zweitkultur aus Mais, Hirse, Sonnenblumen Hanf oder Gräsern folgen. Dieses Zweikulturennutzungssystem verbindet gute Ernteerträge mit ökologischen Belangen.
Biomasse ist lagerfähig. Das ist wichtig, um eine gleichmäßige Befüllung der Anlage, unabhängig von der Erntezeit, zu garantieren. Für einen zügigen Abbau der Biomasse müssen Energiepflanzen vor dem Eintrag in den Fermenter gründlich zerkleinert werden, um die Angriffsfläche für die Bakterien zu erhöhen. In der Biogasanlage Obernjesa wird das Substrat in 3 Fahrsilos mit insgesamt 2400 m³ Speichervolumen gelagert, die mit Planen abgespannt sind. Das Sickerwasser der Silage wird zusammen mit dem Oberflächenwasser gesammelt und später in den Nachgärer gegeben.
Das Substrat wird mit einem Teleskoplader täglich in den Dosierer (13 m³) befördert. Über eine seitliche Förderschnecke gelangt es in den Fermenter.
Die Biogasanlage besteht aus Fermenter, Nachgärer, Pumpenhaus und Blockheizkraftwerk. Die Anlage wird kontinuierlich beschickt. Sie arbeitet nach dem Prinzip der Monovergärung.Der Fermenter ist aus Beton gegossen und hat ein Volumen von 680 m³. Ein vertikal eingebautes Rührwerk mit jeweils zwei oben und unten liegenden Paddeln sorgt für eine gleichmäßige Durchmischung des gesamten Fermenterinhaltes und für ausgewogene Temperaturverhältnisse. Die Verweilzeit beträgt etwa 90 Tage.
Der Fermenter wird auch Faulbehälter oder Reaktor genannt. Dort entsteht bei der Zersetzung organischen Materials unter Sauerstoffabschluss Biogas. Biogas ist nahezu geruchlos, wenn Schwefelwasserstoff durch spezielle Reinigungssystem entfernt wird. Für die Strom- und Wärmeerzeugung ist der Menthangehalt entscheidend.
Alle zwei Tage werden etwa 8 m³ altes Substrat von dem Fermenter in den 1.000 m³ großen Nachgärer gepumpt.
Der Gärrest muss dort bis zu einem halben Jahr nachfaulen, dabei wird weiteres Biogas gewonnen.
Im Nachgärer befindet sich unterhalb einer pressluftgestützten Außenhülle die Gasspeichermembran. Die anfallenden Biogasmengen können variieren. Bei einer sehr hohen Produktionsrate ist eine direkte Verbrennung im Blockheizkraftwerk nicht immer möglich. Das Gas muss daher zwischengespeichert werden. Der Generator im Blockheizkraftwerk wird mit einem Zündstrahlmotor betrieben, der das Biogas nur mit einem zusätzlichen 10 %igen Heizölanteil verbrennen kann.
Das Blockheizkraftwerk liefert Wärme für das Wohnhaus, ein Mietshaus und das zur Anlage gehörende Seminargebäude. Die elektrische Leistung des BHKW beträgt 110 kW.
Als Gärrest bleibt flüssiger Faulschlamm, der eine gleichmäßige Konsistenz hat und daher gut pumpfähig ist. Er kann problemlos mit einem Schleppschlauchverteiler auf die Felder ausgebracht werden.
Die Kosten der Anlage belaufen sich auf ca. 700.000 Euro.
Leider ist der Betrieb nur bedingt wirtschaftlich. Um mit der jetzigen Kapazität die Gewinnzone zu erreichen, muss das BHKW mindestens 22 Stunden pro Tag Strom produzieren. Oft steht dem BHKW aber nur die Gasproduktion für 18 - 19 Stunden zur Stromerzeugung zur Verfügung. Nach den heutigen Erkenntnissen könnte die gleiche Anlage mit einem höheren Fermentervolumen und einem zweiten BHKW gute Gewinne abwerfen.
|
|
|