Infos / Bio-Treibstoffe

Die Bio-Treibstoffe gelten als die umweltverträglichsten Kraftstoffe auf dem Markt.
Pflanzenöl, als Grundstoff, hat folgende Vorteile:
  • Pflanzenöl wird aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, dadurch werden endliche Ressourcen geschont und die regionale Entwicklung gefördert
  • Pflanzenöl befindet sich in einem geschlossen CO2-Kreislauf, in dem die Kohlendioxidmenge, die bei der Verbrennung freigesetzt wird, in der Wachstumsphase der Ölpflanze als Pflanzenmasse gebunden wird
  • Pflanzenöl trägt zur Luftreinhaltung bei, es verringert die Emission von schwefelhaltigen Verbindungen, Ruß und Kohlenwasserstoffen
  • Pflanzenöl enthält kein Benzol und keine anderen Aromate
  • Pflanzenöl kann schnell biologisch abgebaut werden und hat dadurch eine geringe Ökotoxitität
  • Pflanzenöl ist ein flüssiger Energieträger mit hoher Energiedichte, dadurch kann er einfach transportiert werden und hat einen geringen Lager- und Transportbedarf
  • Pflanzenöl hat einen hohen Flammpunkt, dadurch ist Sicherheit beim Transport und bei der Lagerung gewährleistet
  • Pflanzenöl unterliegt nicht der Mineralölsteuer, dadurch entsteht ein Kostenvorteil
Pflanzenöl in der Landwirtschaft
Pflanzenöl stellt eine der dichtesten Energieformen dar, die durch Fotosynthese entstehen. Es kann in der Nähe von landwirtschaftlichen Erzeugern mit relativ einfachen Mitteln auch von kleinen Ölmühlen hergestellt werden. Es wird bisher in über 200 kleinen bis mittelgroßen Öl-Pressanlagen produziert. Der Transportweg vom Erzeuger zum Verbraucher ist vergleichsweise kurz. Für landwirtschaftliche Erzeuger ist Rapsöl preiswerter als Biodiesel. Bereits 2001 wurde ein vom Verbraucherschutz-Ministerium gefördertes Programm gestartet, 100 Ackerschlepper auf Pflanzenöl umzurüsten. Abschließende Ergebnisse stehen zwar noch aus, aber man kann jetzt schon festhalten, dass der Betrieb von Traktoren mit bestimmten Motoren und Einspritzsystemen über mehrere Jahre und tausende von Betriebsstunden – bei geeigneter Ölqualität! – störungsfrei möglich ist.

Pflanzenöl für den PKW
Im Pkw-Bereich ist die Lage viel unübersichtlicher. Das liegt zum einen an der Vielzahl der Motoren und Kraftstoff-Systeme, zum anderen an der Vielzahl der Umrüst-Versuche. Für die allermeisten Dieselmotoren ist eine Umrüstung auf den Betrieb mit kaltgepresstem Pflanzenöl möglich. Dazu muss der Motor entsprechend modifiziert werden. Der entscheidende Unterschied zwischen Pflanzenöl und Diesel ist die Viskosität und die Zündtemperatur der beiden Stoffe. Je nach Motortyp kann die Umrüstung mit einem Eintank- oder einem Zweitanksystem erfolgen. Dabei sind spezifische Filterstufen sowie Maßnahmen zur Kraftstoffaufbereitung und Kraftstoffführung zu berücksichtigen. Die Kosten (inkl. MWSt) für eine Umrüstung betragen je nach Methode von 360 € (1-Tank) bzw. 1.500 € (2-Tank) bis 4.000 € pro Motor bzw. Fahrzeug. Für Selbsteinbauer sind Sets ab 260 € (1-Tank) bzw. 600 € (2-Tank) erhältlich.

Pflanzenöl in Blockkraftheizwerken
flanzenöl in Blockheizkraftwerken Die Verwendung naturbelassener Pflanzenöle zur Kraft-Wärme-Kopplung in Blockheizkraftwerken (BHKW) unter hoher Ausnutzung des Energieinhaltes des Kraftstoffes spielt eine immer wichtigere Rolle. Ein BHKW hat einen sehr hohen Wirkungsgrad, da neben der Stromerzeugung die Abwärme zum Heizen genutzt wird. Fachleute sprechen deshalb auch von einer "Kraft-Wärme-Kopplung", da gleichzeitig Strom und Wärme produziert werden. Ein solches BHKW besteht aus einem oder mehreren Verbrennungsmotoren (den Aggregaten oder Modulen), -die mit Diesel, meist jedoch mit Gas betrieben werden und auf Pflanzenöl umgerüstet werden können.

Aus einem Liter Pflanzenöl erhält man bei einem Wirkungsgrad von 40 %:

  • 4 kW elektrische Leistung
  • 2,5 kW thermische aus dem Kühlwasser
  • 2,5 kW thermische aus dem Abgas
Die Leistung wird nach dem EEG (2005) bis 150 kWel mit 19,33 Cent und bis 500 kWel mit 17,75 Cent vergütet (MWB Motorenwerke Bremerhaven AG).

Was ist Biodiesel?
Biodiesel wird aus Pflanzenöl gewonnen. Zur Herstellung von Biodiesel wird das Pflanzenöl mit 10 % Methanol und Katalysatoren versetzt. Durch den Prozess der Umesterungen (Austausch von Glycerin durch Methanol) bekommt das Pflanzenöl eine geringere Viskosität, deshalb muss der Motor dem Kraftstoff nicht angepasst werden und das Fahrzeug kann sowohl mit Biodiesel als auch mit mineralischen Dieselkraftstoff fahren. Das bei der Umesterung entstehende Glyzerin kann in der chemischen Industrie weiterverwertet werden (z.B. in der Kosmetikindustrie). Bei uns wird hauptsächlich Raps zur Herstellung von Biodiesel verwand. Für diesen Diesel ist die Bezeichnung RME (Rapsölmethylester) gebräuchlich, der nach der DIN-Norm DIN EN 14214 hergestellt wird, die europaweit gilt. Biodiesel wird an ca. 1.500 Tankstellen flächendeckend in Deutschland angeboten. Er kann in serienmäßigen Dieselmotoren eingesetzt werden, wenn der Hersteller die Freigabe erteilt. Nicht freigegebene Motoren können meist umgerüstet werden. Hierbei sind vor allem Schläuche und Dichtungen einzubauen, die der „Chemie“ des Biodiesels standhalten. Biodiesel ist als schwach wassergefährdend eingestuft und kann, wenn er in den Boden bzw. ins Wasser gelangt, innerhalb von 21 Tagen zu 90 % abgebaut werden. Der Rapsfruchtanbau dient als gute Vorfrucht für den Getreideanbau. Der Rapskuchen, als Nebenprodukt der Pflanzenölerzeugung ist ein hochwertiger Eiweiß- und Energieträger, der in der Tierfütterung Verwendung findet.